Clockwork Hearts

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten

Clockwork Hearts

Beitrag von Gast am Mi 17 Sep 2014 - 19:22

"Einst waren Licht und Schatten, ein Geschwisterpaar, das unterschiedlicher nicht hätte sein können. Während sich das Licht der Dunkelheit hingab, und der dunkelste Schatten wurde, gab sich der Schatten dem Licht in, und wurde die hellste Helligkeit. Ein Streit entbrannte zwischen dem ungleichen und doch gleichen Geschwisterpaar, das sich hasste und doch liebte. Sie begannen einen Krieg aus zu tragen, und als sie sich gegenseitig das Leben nahmen, zerfielen sie zu tausenden Splitter, und wurden zu Herzen neugeborener Kinder - zu Clockwork Hearts."

Schritt man durch das Gebäude, welches ein großer Glaskasten, mit Ausblick auf Zahnräder war, so verirrte man sich leicht in den Labyrinth-artigen Gängen. Dieses Gemäuer war einem nun wirklich nicht geheuer, wuchs man nicht inmitten dessen auf, oder war schon eine gefühlte Ewigkeit darin. Der Sommer, welcher sich zuerst leise, und dann immer stärker angekündigt hatte, machte das Leben in einem Glaskasten ohne Fenster unerträglich. Deswegen wurde nicht an Klimaanlagen, Ventilatoren, oder Wasser gespart. Die meisten, hier einquartierten Personen, bewegten sich den ganzen Tag nicht, da selbst schon die Bewegung des kleinen Fingers dazu führen würde, dass man schwitzte.
Die Nacht hatte den Tag ein weiteres Mal verdrängt, und nun blies doch eisiger Wind durch die Wälder und Städte. Am Firmament hatte der große, weiße Vollmond seinen Platz erklommen, und erleuchtete die dunklen Städte, in denen keine Straßenleuchten mehr den Gehsteig erhellten. Gelegentlich fanden verschiedenste Fortbewegungsmittel ihren Weg über die Straßen, die menschenleer waren. Der Schein der Stille jedoch trügte, denn ein Krieg bahnte sich heran, der schon Ewigkeiten wehrte. Nur, um ihn bei Vollmond fortzusetzen. Nur, um wieder unnötig Blut zu vergießen – das Blut von Personen, die es sich nicht einmal ausgesucht hatten, das zu sein, was sie waren.
Leise, und doch schnell und wendig wie eine Katze auf ihren Samtpfoten schlichen sie durch die Straßen, immer wieder darauf wartend, dass ein Funkspruch oder ein Anruf sie erreichte, der die 25. Stunde des Tages hereinläutete. Normale Menschen würden zu dieser 25. Stunde nichts sagen können, denn für sie existierte diese nicht.
Große und kleine, dünne und etwas dickere Schatten huschten durch die Gassen einer Stadt, und doch schienen sich die Personen, die rabenschwarze Mäntel trugen, und vermummt waren, zu beeilen. Als wollten sie nicht eingeholt werden – von was auch immer sie gerade über Stock und Stein, über Zaun oder Wiese, jagte. Sehnsüchtigst erwarteten diese Kinder, die keine mehr waren, ein kleines Geräusch, daraufhin die Stimme einer Person, die sie allzu gut kannten, verachteten oder verehrten, zu hören. Zu hören, dass sie heimkehren dürften, in den gläsernen Käfig, der ein Labyrinth war. In welchem sie geschützt waren. Bis zum nächsten Vollmond.
Alles, was die Stille der Nacht durchbrach, und das kurz und sauber, war ein gequälter Schrei. Sowie ein zweiter. Danach herrschte wieder ewige Stille – und die Kinder wussten, sie waren in Gefahr. Sie mussten schnell nach Hause, oder sie würden sterben – würden getötet werden, wie es den Zweien gerade ergangen war. Sie wollten es nicht, sie wollten diese Bürde nicht tragen. Sie wollten Leben, ohne sich fürchten zu müssten – doch konnten sie es nicht. Ihr Leben würde immerzu nur aus der Angst bestehen, bald zu sterben. Auch wenn sie es nicht wollten, und ihr Leben wie ein Wellensittich in einem Käfig fristen müssten würden, so wäre ihnen dies lieber, als zu sterben.
Sie wollten lachen, lachen und Freundschaften schließen. Nett und höflich sein, Albernheiten und Späße machen - doch konnten sie es nicht. Alles was sie konnten war kalt sein, einander misstrauisch gegenüber zu sein. In eigens erbauter Depressivität zu versinken, ein Spiel zu spielen, das sie kannten, das endlos und ausgangslos wirkte. Wer das Spiel verlassen wollte, der musste sterben – dann wäre er oder sie frei. Frei, und doch nicht frei. Denn dann wären sie an den Tod ausgeliefert. Ein pechschwarzer, kalter Ort – doch fühlte man nichts. Man sah sich selbst nicht einmal, wirkte wie blind, und doch sah man. Nur war das hier nicht der Tod, sondern die grausame, tödliche Realität, die doch fiktiv war.

Anmerkung der Autorin:
Wohlgemerkt, ist das Projekt an mein Herz gewachsen, wer also Kritik ausüben möchte, oder aber anderes anbringen will, ich bin für alles offen. Der Prolog ist zwar kurz geraten, wie ich finde, aber mehr hatte ich da auch nicht zu schreiben. DESWEITEREN sollten sich die jüngeren User von der Geschichte distanzieren, da es durchaus explizit beschriebene Gewaltszenen geben wird, und, wohl unlängst klar, Blut fließen wird.
Charaktere:
[Folgen.]

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben

- Ähnliche Themen

 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten